Innenarchitektur und Design im pfaehler-Haus

Mein NotizBlog - Shoppen 2030.

Das Internet bietet Kunden eine unermesslich große Vielfalt und 24-Stunden-Einkaufserlebnis an jedem Ort der Welt. Wir werden zukünftig immer mehr online erledigen. Shoppen mit Kreditkarte. Erledigt. Informationen suchen. Urlaub buchen. Wir gehen leichtsinnig aber wie selbstverständlich mit unseren persönlichen Daten um. Egal. Zeit gespart. Dafür gehen wir am Samstag in die Stadt zum bummeln. Schaufenster leer. Wieder ein schönes Geschäft weniger. Daneben ein Friseur, ein Spielcasino, ein Billigladen. Das macht kein Spaß. Wo ist die Lieblingsboutique? Das Elektrofachgeschäft? Das Reisebüro? Alle in die Weite des Internets verschwunden? Schade. Selbst die bekannten Ketten betreiben nur noch Ihre Onlineshops. Dafür mit Umtauschgarantie. Das Einkaufserlebnis in Päckchenform. Jeden Tag Weihnachten. Jeden Tag wieder die falschbestellte Ware zurück zur Postfiliale. Gibt es auch nicht mehr? Die Päckchen im Supermarkt abgeben? Aber da gehen wir doch auch nicht mehr hin. Wir shoppen doch online.

Wir haben gelernt, uns mit Bildung und Geschick einen Beruf zu suchen, der es uns ermöglicht, dass irgendjemand Geld für meinen beruflichen Alltag bezahlt. Der Staat, die Kirche oder die Marktwirtschaft in Form des Kunden. Unser Dasein ist also selber davon abhängig, dass wir auch Kunde sind. Im Kreislauf des Geldes. Doch wenn wir immer mehr am lebensnotwendigen Konsum sparen, hat irgendjemand weniger zum Leben. Aber es bleibt mehr Geld für die Spaßindustrie. Wir sind so satt, dass wir immer mehr Geld dafür ausgeben, unseren immer anspruchsvolleren Humor zu befriedigen. Das Handy mit noch schnellerer Grafik, der Fernseher so groß wie die Zimmerwand, die Sonderausstattungen im Auto so teuer wie das Auto selbst. Und doch ist alles vergänglich. Bei den Spaßprodukten ist die Halbwertszeit erschreckend kurz. Und doch erfreuen sich gerade die Elektronikprodukte großer Zuwachsraten.

Was sind wir eigentlich, wenn morgen der Strom ausfällt? Dieser unermessliche Hunger nach Strom hängt wie ein Damoklesschwert über der armen blauen Erdkugel. Im Prinzip läufts gut, doch ohne Strom läuft nichts mehr. Welch katastrophale Zustände doch herrschen, wenn nach einem Unwetter der Strom für ein paar Tage ausfällt. Wir genießen die Elektronik, und doch sind wir ihre Sklaven.

Also was sind wir, wenn morgen der Strom ausfällt?

Ich glaube, die Welt ändert sich immer erst dann, wenn "das Kind schon in den Brunnen gefallen" ist. Weil wir doch auch so schwer in die Zukunft schauen können.